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Alicante, die Stadt mit Geschichte

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Sehenswürdigkeiten in und um Alicante

Die beste Methode, eine Stadt zu entdecken, besteht darin, ihre Ursprünge zurückzuverfolgen und so wollen wir den kleinen Hügel an der Rückseite der Albufereta aufsuchen, der als Tossal de Manises bekannt ist. Von Hochhäusern und Apartments umgeben liegen dort die Überreste Lucentums, die seit 1961 als kunsthistorisches Nationaldenkmal geschützt sind. Diese ibero-römische Stadt erstreckt sich über 30000 Quadratmeter, von denen nur 6 500 ausgegraben sind, ebenso wie 200 Meter eines Wegenetzes von insgesamt 1300 Metern. Dies vermittelt einen Begriff von der Größe dieser bedeutenden archäologischen Fundstätte, die als erstes von Antonio Valcárcel Pio de Saboya, dem Grafen von Lumiares, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erforscht wurde. Man hat dort Keramikmaterial vom Ende des 5. bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts vor Christus und den Grundriss der ältesten Stadtmauer (3. bis 2. Jahrhundert v. Chr.) gefunden. Ihre Glanzzeit erlebte die Stadt im 1. Jahrhundert des christlichen Zeitalters. Bei einem Spaziergang durch ihre Straßen kann man Überreste von Bürgersteigen, Wohnhäusern, Thermen usw. betrachten.

Die Altstadt

Hier offenbart sich ein ungewöhnliches Alicante, voller Leben und Vitalität und überraschend in seinen traditionellen Facetten, die nichts mit der modernen, dynamischen Stadt, die sich zum Meer hin öffnet, gemein haben. An der Rückseite der Konkathedrale oder des Rathauses steigen Straßen wie die von San Nicolás oder San Agustín auf und führen zu alten Plätzen wie Quijano und El Carmen, begrenzt von schönen, farbigen Fassaden, eigenwilligen Balkonen und Aussichtspunkten. Steigt man noch weiter hinauf, findet man sich in einer Welt wieder, in der die menschliche Stimme über den Lärm von Maschinen noch die Oberhand behält, das Barrio Santa Cruz mit seinen engen Gassen – San Roque, Diputado Auset, San Rafael u.a.m.. Kacheln, Heiligenfiguren, Darstellungen der Santa Faz (Heiliges Antlitz), weiß gekalkte Häuser mit vergitterten, blumengeschmückten Fenstern; und im Sommer erfüllt klassische Kammermusik die Explanade der Einsiedelei, von deren Balkon aus man auf die quirlige Stadt hinabblicken kann.

Der Hafen

Was wäre diese Stadt ohne ihren Hafen? Er war jahrhundertelang der Motor ihrer Wirtschaft, von hier aus fanden die Schätze der Umgebung ihren Weg in die Welt und Produkte aus Übersee gelangten ans Festland; hier war der Hafen von Madrid, zu erreichen über die Ebenen der Mancha, mit der ersten Eisenbahn, die Spaniens Hauptstadt ab 1858 mit dem Meer verband. Und heute erfreuen wir uns an seinem besonderen Charme, mit seiner schönen, fast hundertjährigen Zollstation, im Kontrast zur Plaza del Puerto Viejo (Platz des Alten Hafens), die paradoxerweise der modernste Teil des Hafens ist. Promenaden, Lokale und Vergnügungsstätten umgeben den Sporthafen, der Anlegestelle für elegante Jachten ist. Hier an der Mole der Levante befindet sich auch die Estación Marítima, in die Schiffe und Vergnügungskreuzer einlaufen. Am Poniente-Ufer liegen der Ende des 19. Jahrhunderts gegründete neue Königliche Regattenclub, das Gebäude der Hafenbehörde, noch mit den schönen Glasscheiben der alten Marinekommandatur, die Nautik-Fischerei-Schule und die Molen für Fracht- und Fischerboote. Bald wird hier ein neues Hafenbecken entstehen, an das sich in naher Zukunft ein Vergnügungs- und Einkaufszentrum mit einem breiten Freizeitangebot anbinden wird.

Die Ortschaften am Stadtrand

Rund um die Stadt und schon beinahe mit ihr verwachsen, erstrecken sich Wohngebiete wie z.B. das aufstrebende San Vicente del Raspeig, an dessen Eingang die Universität liegt. Es folgen San Juan de Alicante mit seinen großflächigen Wohnsiedlungen und Ortschaften wie Villafranqueza und Tángel, die sich alle trotz der Neubaugebiete ein nostalgisches, ländliches Flair bewahrt haben. El Campello hingegen weist aufgrund seiner Lage am Meer und einem kilometerlangen Küstenstreifen einen ausgeprägt touristischen Charakter auf.

Die Tabarca-Insel

Sie liegt elf Seemeilen südlich von Alicante, in Verlängerung des Kaps von Santa Pola und hat die Form einer Gitarre. Ihre Fläche beträgt 30 Hektar, bei einer Länge von 1 800 und einer maximalen Breite von 450 Metern. Ihre Geschichte weist einige Kuriositäten auf. Sie wurde von Strabon und Ptolomäus erwähnt, die glaubten, auf ihr befinde sich San Pablo, was dem dortigen Ortskern seinen offiziellen Namen gegeben hat. Als die Insel Zufluchtstätte berberischer Piraten war, ließ Carlos III sie 1760 befestigen, um die Seeräuber zu vertreiben und daraufhin mit 600 genuesischen Fischern bevölkern, die in dem tunesischen Hafen Tabarka – daher der Name – gefangen genommen worden waren. Der Monarch hatte die Fischer am 8. Dezember 1768 von dem nahe Algerien gelegenen Isthmus freigekauft und mit ihren Familien auf die damals aufgrund ihrer flachen Lage Plana oder Planesia genannte Insel geschickt. Noch heute weisen die italienischen Namen der Tabarkiner (Parodi, Ruso, Chacopino...) auf diese Tatsache hin. Das gesamte von der Stadtmauer befriedete Gebiet wurde 1964 zum kunsthistorischen Nationaldenkmal erklärt und ist ein interessantes Beispiel einer nach den Planungskonzepten des 18. Jahrhunderts befestigten Stadt. Zu sehen sind die Eingangstore, das zum Hotel umfunktionierte Haus des Gouverneurs, die 1779 fertig gestellte Kirche von San Pedro und San Pablo sowie der Turm von San José aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts außerhalb des Stadtgebiets. Das Nichtvorhandensein von Autos, Buchten mit kristallklarem Wasser und eine exquisite Gastronomie, die ihren Reichtum aus dem Meer schöpft, machen Tabarca zu einem Urlaubsparadies. Vom Hafen von Alicante aus gehen täglich Schiffe zur Insel; die schnellsten brauchen nur 45 Minuten für die Überfahrt.


Wir wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt in Alicante

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